"HTR HOTEL REVUE" - EIN BERNER TOTZT GEORGE CLOONEY
Das Handling ist einfach, das Styling retro, die Assoziation durchaus beabsichtigt: Adrian Itens Kaffeesystem «The Else» ist seine lokale Antwort auf alle Kaffee-Multis.
Franziska Egli
Wer ihn kennt - und das sind in Bern nicht wenige -, der weiss: Der Adrian, der Ädu, wie man hier sagt, ist ein umtriebiger. Nicht nur gründete der 42-Jährige eine der heute noch beliebsten Café-Bars der Bundesstadt, das «Adriano's» - und dies samt eigener Kaffeerösterei. Er versuchte sich auch mit einer mobilen Café-Bar auf einem Ape (einer dreirädrigen Vespa), oder mit der «Tankstelle» beim Bahnhof, mit der er «grandios gescheitert» sei. Aber Adrian Iten war noch nie um eine mutige Idee verlegen, und als ob es zurzeit keine grosse Kaffeesystem-Konkurrenz gäbe, vertreibt der Gastronom seit neustem eine eigene Kaffeemaschine mit dem sinnigen Namen «The Else».
Goldrichtig liegt, wer dabei an George Clooney und sein «What-else?»-Nespresso denkt. Denn Iten, selbsternannter Trittbrettfahrer, hegt seit jeher eine gewisse Wut auf alle Multis, wie er freimütig erzählt, und mit «The Else» will er die Alternative für alle bieten, die ebenso denken wie er. Folglich wird die Maschine vom kleinen Familienunternehmen Sirp im piemontesischen Cuneo hergestellt, die Bohnen röstet Iten in seiner eigenen Café-Bar, die Pads lässt er bei Blaser Café in Bern abpacken und Bestellungen (in und um Bern) vom Velokurier liefern.
Ein Kubus im Stil eines einarmigen Banditen
«Make it simple», lautet aber auch sein Credo, was die metallene Maschine selber betrifft. Und so verfügt der schon fast untrendig eckige Kubus, den es in sieben verschiedenen Farben gibt, über nicht viel mehr als eine Glasflasche samt Schlauch, eine Öffnung für das Pad sowie einen Hebel, den man im Stil eines einarmigen Banditen nach vorne zieht - auf dass «der Caffè rausfliesst wie in Napoli», freut sich Iten über jeden einzelnen Espresso.
An der BEA und der Weinmesse wollten alle den Prototyp kaufen
Seit Oktober letzten Jahres vertreibt Adrian Iten «The Else», 380 Franken kostet die Maschine, 48 Rappen, etwas weniger als eine Nespresso-Kapsel, ein Pad. Nachdem er die Maschine an der BEA letzten Frühling wie auch an der Weinmesse im Herbst beim Publikum «getestet» hat, und alle die zwei Prototypen kaufen wollten, wie er begeistert erzählt, übersteigt die Nachfrage seine kühnsten Träume: Die Hälfte der 380 bestellten Stück sind längst weg. What else also? «This is the else», sagt Iten.
In: www.htr.ch
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